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Eisenmangel bei Colitis ulcerosa: Warum er so häufig übersehen wird – und was wirklich hilft 






Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, ständige Müdigkeit, blasse Haut – viele CED-Betroffene berichten von diesen Beschwerden und bekommen dann oft zu hören: "Das gehört eben dazu." Oder: "Das ist die Erkrankung." 

Stimmt manchmal. Aber häufig steckt ein konkreter, behandelbarer Auslöser dahinter: Eisenmangel. 

Als MTLA habe ich unzählige Blutbilder ausgewertet. Als Ernährungscoach mit eigener CED-Geschichte habe ich dieses Thema sehr persönlich erlebt. In diesem Artikel erkläre ich dir, warum Eisenmangel bei Colitis ulcerosa so häufig ist, warum er oft übersehen wird – und was du ernährungs- und supplementierungstechnisch konkret dagegen tun kannst. 


Warum CED-Betroffene so häufig an Eisenmangel leiden 

Eisen ist ein Nährstoff, der im Dünndarm aufgenommen wird. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen laufen hier gleich mehrere Prozesse parallel, die zur Unterversorgung führen: 

·         Blutverlust durch aktive Entzündung und Schleimhautblutungen 

·         Verminderte Aufnahme durch entzündete oder geschädigte Darmschleimhaut 

·         Erhöhter Bedarf durch Entzündungsprozesse 

·         Hepcidin-Anstieg: Dieses Leberprotein blockiert bei Entzündung aktiv die Eisenverwertung – der Körper "versteckt" Eisen vor Krankheitserregern, leider auch vor dem eigenen Gewebe 

Das Resultat: Selbst wenn Betroffene gut essen, kann Eisenmangel bestehen – manchmal ohne dass die klassischen Blutwerte (Hämoglobin, Hämatokrit) auffällig werden. Deshalb ist der Ferritinwert entscheidend. 


Der unterschätzte Ferritinwert 

Ferritin ist das Eisenspeicherprotein des Körpers. Es gibt an, wie viel Eisen im Depot liegt – nicht nur im Blut, sondern in den Zellen. Und hier gibt es eine wichtige Unterscheidung, die viele nicht kennen: 

Laborwerte zeigen oft einen "Normalbereich" ab 12–15 µg/l. Doch funktionale Medizin und aktuelle Forschung zeigen: Für optimale Energie, Haarwachstum, Schilddrüsenfunktion und Konzentration sollte Ferritin bei Frauen eher bei 70–100 µg/l liegen, bei Männern ähnlich. 

Das bedeutet: Dein Ferritin kann im "Normalbereich" sein – und du trotzdem erschöpft, kurzatmig und konzentriert wie ein Fisch auf dem Trockenen. 

Als MTLA habe ich viele dieser Fälle gesehen. Als Betroffene habe ich es selbst erlebt. 


Ernährung: Diese Lebensmittel helfen bei Eisenmangel 

Eisen aus der Nahrung kommt in zwei Formen: 

Häm-Eisen (aus tierischen Quellen): Besonders gut bioverfügbar – der Körper kann es direkt verwerten. Enthalten in: rotem Fleisch, Leber, dunklem Geflügelfleisch, Fisch. 

Non-Häm-Eisen (aus pflanzlichen Quellen): Schlechtere Bioverfügbarkeit, aber durch Kombination mit Vitamin C deutlich gesteigert. Enthalten in: Hülsenfrüchten, Spinat, Quinoa, Kürbiskernen, Amaranth. 

Wichtig: Kaffee, schwarzer Tee, Calcium und Phytate (in Getreide und Hülsenfrüchten) hemmen die Eisenaufnahme. Idealerweise trennst du eisenreiche Mahlzeiten von Kaffee und Milchprodukten durch ca. 1–2 Stunden. 


Supplementierung: Welche Form ist bei CED am besten verträglich? 

Klassische Eisenpräparate (Eisensulfat, Eisenfumarat) haben einen schlechten Ruf – zu Recht. Sie verursachen häufig Magenprobleme, Übelkeit, Verstopfung und sind für einen gereizten Darm oft kaum zu tolerieren. 

Was ich meinen Klientinnen und Klienten empfehle und selbst nutze: Eisenbisglicinat (auch: cheliertes Eisen). Diese Form ist: 

·         Deutlich magenfreundlicher, weil es an Aminosäuren gebunden ist 

·         Besser bioverfügbar als Sulfat-Formen 

·         Verursacht weniger Verdauungsbeschwerden 

Kombiniert mit natürlichem Vitamin C (z.B. Acerola-Extrakt) steigert sich die Aufnahme nochmals deutlich. Timing: am besten auf nüchternen Magen oder wenigstens 30 Minuten von Hauptmahlzeiten entfernt – und getrennt von anderen Mineralstoffen wie Calcium oder Zink. 


Wann ist intravenöses Eisen sinnvoll? 

Bei schwerer Anämie, sehr niedrigem Ferritin oder wenn der Darm die orale Gabe nicht toleriert, kann intravenöses Eisen die bessere Lösung sein. Das entscheidet dein Gastroenterologe oder Hämatologe. Mein Coaching ersetzt keine ärztliche Therapie – aber es ergänzt sie sinnvoll. 


Fazit: Kenne deine Werte – und handle entsprechend 

Eisenmangel bei CED ist häufig, oft unterschätzt und gut behandelbar. Lass regelmäßig ein Blutbild machen (inkl. Ferritin, Transferrinsättigung und CRP), erkenne den Unterschied zwischen Normlabor und optimalem Wert – und handle dann gezielt. 

Wenn du dabei Unterstützung möchtest – beim Einordnen deiner Laborwerte, bei der Ernährungsumstellung oder bei der richtigen Supplementierungsstrategie – bin ich gerne für dich da. 

 
 
 

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